Dienstag, 4. März 2008

Lammkotelett mit Lauch und Trockenreis

Heute habe ich meine Freundin zum Nachtessen eingeladen. Weil ich als Student beim Einkaufen in erster Linie auf den Preis achten muss, wähle ich selten Bioprodukte. Die konventionell angebauten Produkte sind aber meistens Importprodukte und haben Reisen um die halbe Welt hinter sich.

Jedenfalls gab es heute Lammkoteletts mit 25% Reduktion. Dazu mache ich einen Trockenreis und Lauch an Bechamel-Sauce.

Der Reis ist von Migros Budget und kommt aus Asien. Das Kilo kostet 1.15Fr. Ich fand diesen Preis ziemlich tief und habe diesen mit Schweizer Mehl verglichen. Das billigste was ich gefunden habe ist 1.40Fr. Das ist immer noch ein Unterschied von 25Rappen, obwohl man für das Getreide fast keine Transportkosten mitrechnen muss. Da taucht bei mir die Frage auf: Wieviel verdient ein Asiatischer Reisproduzent? Denn höchst wahrscheinlich ist dieser Reis bereits durch mehrere Händlerhände gekommen, die alle auch ihr Anteil mitverdienen wollen.

Die Lammkoteletten kommen aus Neuseeland, also ziemlich genau einmal um die halbe Welt.

Die frage die ich mir bei all dem stelle, wie kann es sein, dass Produkte, welche eine riesige Reise hinter sich haben um so viel günstiger ist als unsere Schweizer Produkte? Ganz einfach: In anderen Länder arbeiten die Menschen für viel weniger Lohn als wir in der Schweiz. Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist so aufgebaut, dass wir aus den reichen Ländern immer reicher werden, indem wir die 3.Weltländer unterdrücken und diese Menschen zu Spottpreisen für uns arbeiten lassen. Indem wir solche billigen Importprodukte kaufen, unterstützen wir diese Ungerechtigkeit fortlaufend.

Zum Glück stammt der Lauch aus der Schweiz!

9 Kommentare:

mrs. x hat gesagt…

Ich kann deine Situation gut verstehen. Ich achte bei Esswaren auch auf den Preis. Oftmals sind jedoch Produkte aus der Region oder beispielsweise Engagement-Produkte gar nicht viel teurer. Ich habe früher Crevetten immer beim Asiaten gekauft, wo ich keine Ahnung hatte wo und wie sie gezüchtet und transportiert wurden. Letzthin habe ich jedoch festgestellt, dass die Migros Engagement Crevetten nur etwa einen Franken teurer sind. Ein Vergleich lohnt sich also!

Reis wird nicht in der Schweiz angebaut (aber in Italien, Spanien und Frankreich!), ist aber bei uns schon quasi zu einem Grundnahrungsmittel geworden. Für schweizer Fleisch müsstest du sehr viel mehr Geld ausgeben. Deswegen, du brauchst nicht ein allzu schlechtes Gewissen haben!

En guete!

n-i-c-o-l-e hat gesagt…

Ich finde du hast deinen Bericht sehr gut verfasst. Es ist wirklich traurig, wenn man sich dieser Tatsache bewusst wird.

Auch bei uns wird beim Einkaufen natürlich auf den Preis geschaut. Erstaunlicher Weise wird mir jetzt jedoch bewusst, dass beim Fleisch immer darauf geachtet, dass etwas Schweizerisches auf den Teller kommt. Wieso nicht bei anderen Produkten auch??

Ich finde es auch paradox, dass Produkte aus anderen Ländern oft viel günstiger sind, als einheimische Ware...

Nicole Egger, LG 05E

Heidi hat gesagt…

Ich finde es auch extrem, dass die ausländischen Produkte oft billiger als die einheimischen Produkte sind. Und ich bin der Meinung, dass man Esswaren aus der Schweiz einkaufen soll, da diese Produkte nicht um die halbe Welt gereist sind. Man sollte auch die einheimischen Bauern unterstützen und bei diesen weiss man, dass die Tiere es schön haben.
Mir ist bewusst, dass nicht alle Produkte aus der Schweiz stammen können. Es ist wahrscheinlich relativ schwierig, schweizerischen Reis oder schweizerische Bananen und Orangen zu finden. Ich will auch nicht auf diese Vielfalt von Esswaren verzichten.

Heidi Inauen, LG05B

grumpy hat gesagt…
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grumpy hat gesagt…

Ich finde deinen Bericht sehr interessant. Spannend, was du alles herausgefunden hast. Als Student muss man auf die Preise achten und kann keine teuren Produkte kaufen, das ist nun mal so. Deshalb weichen wir oft auf Lebensmittel anderer Länder aus, die um einiges billiger sind, als unsere eigenen. Dies ist ein wirklicher Fehler in unserem Wirtschaftssystem und lässt sich leider nicht mehr ausbügeln. Dabei frage auch ich mich, wie es sein kann, dass Lebensmittel aus fremden Ländern so viel günstiger sind als unsere. Wer zahlt für den Transport, die Ernte, die Lagerung etc. Woher kommt das Geld und wohin geht es? All dies versuchen wir zu beeinflussen, indem wir versuchen fairen Handel zu betreiben. Die Frage ist nur, wo kann man bereits Erfolge sehen?

zacharias hat gesagt…

Hey päse ich fand deinen Post sehr interessant zu lesen. Die Lebensmittelbranche zeigt die Problematik der grauen Energie bestens auf.
Die Vielfalt, die wir in unseren Lebensmittelgeschäften angeboten bekommen ist gewaltig. Von überall auf der Erde holen wir uns, was wir wollen. Gross geschätzt wird das von kaum jemandem, denn es ist weitgehend zur Normalität verkommen. Auf den Reis, Fisch, Fleisch etc. würden letztendlich nur wenige verzichten wollen.
Diese Produktionsländer, aus welchen wir Lebensmittel importieren können aus dem Handel aber auch profitieren. Dabei braucht’s aber wohlgesinnte Leute an der Spitze der betreffenden Unternehmen.

FaEgli hat gesagt…

Wenn ich schaue, was die anderen bis jetzt so kommentiert haben, kann ich mich den diversen Meinungen nur anschliessen.
Aber ich denke, immer wenn Geld im Spiel ist, schaut man natürlich aufs eigene Wohlergehen. Das heisst, man versucht so kostengünstig wie möglich einzukaufen. In Zukunft wird die Mehrheit der Einwohner der Schweiz weiterhin mit dieser Einstellung einkaufen gehen, ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist einfach so, dass man zuerst immer für sich selber schaut, speziell wenn es um das eigene Geld geht.

Anja Heeb hat gesagt…

Zu erst möchte ich dir einmal ein Kompliment aussprechen. Für die Freundin Lammkotelett mit Lauch und Reis zu kochen ist natürlich ganz stark. Hut ab.
Mich hat aber auch dein Bericht wirklich sehr beeindruckt. Du hast eindrücklich gezeigt, wie gross der Lohnunterschied eines Asiatischen Reisbauers und eines Schweizer Getreidebauers sein muss. Ich achte eigentlich darauf, Produkte aus der Region zu kaufen. Konsequent umsetzen kann ich das aber auch nicht. Wenn ich auswärts esse weiss ich ja auch nicht immer woher die Zutaten kommen und unterstütze somit diese Ungerechtigkeit auch. Zum Glück beziehen wir beide unser Gemüse von einer Bio-Bäuerin aus der Region. Gerne bezahle ich für dieses gute Gemüse auch ein bisschen mehr.

Anja Heeb hat gesagt…
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